Die meisten jungen Menschen haben das als Idealbild: Eltern leben glücklich mit ihren Kindern zusammen.

Und obwohl der Kinderwunsch nach wie vor hoch im Kurs steht, sagen immer mehr junge Menschen: Kinder ja – aber nicht jetzt! Die Entscheidung für ein Kind wird heute von vielen Zweifeln begleitet: Habe ich den richtigen Partner für ein Kind? Reicht unser Einkommen? Bietet der Arbeitsplatz genügend Sicherheit? Bin ich „reif“, um Verantwortung für ein Kind zu übernehmen?

Der Kinderwunsch wird immer weiter aufgeschoben, auf der Suche nach dem vermeintlich „richtigen“ Zeitpunkt. Für viele Paare ist es dann plötzlich zu spät. Auch die moderne Medizin kann nicht in jedem Fall helfen – eine künstliche Befruchtung wird mit zunehmendem Alter immer schwieriger.

In der ganzen Diskussion über Familien geht völlig unter, dass Kinder heute so gute Chancen wie kaum jemals zuvor haben.

Das Zögern junger Paare steht auch im Zusammenhang mit den übertrieben hohen Erwartungen an Eltern – gerade in Deutschland. Egal, wie sich junge Mütter entscheiden, sie scheinen sich immer rechtfertigen zu müssen. Ob „Heimchen am Herd“ oder „Rabenmutter“ – negative Bewertungen von Lebensentwürfen sind in Deutschland leider immer noch weitverbreitet. Kein Wunder, wenn viele Eltern sich zerrieben fühlen zwischen gesellschaftlichen, beruflichen und ihren eigenen Ansprüchen.

In der ganzen Diskussion über Familien geht völlig unter, dass Kinder heute so gute Chancen wie kaum jemals zuvor haben. Sie wachsen mehrheitlich gesund, liebevoll umsorgt und zufrieden auf. Fast alle jungen Menschen in Deutschland sagen, dass sie sich gut mit ihren Eltern verstehen. Mehrheitlich würden sie ihre eigenen Kinder so erziehen, wie sie es selbst erlebt haben.

Kann es ein schöneres Kompliment für die Eltern geben? Als Herausforderung an die Familienpolitik und die gesamte Gesellschaft sehe ich daher, Druck von den Eltern zu nehmen. Wir müssen ihnen Zutrauen und Gelassenheit vermitteln. Denn Eltern tun das Beste für ihr Kind!

Familie macht am meisten Spaß, wenn das Familienleben den eigenen Vorstellungen entspricht. Ein Grundpfeiler bayerischer Familienpolitik ist daher: Wahlfreiheit ermöglichen! Gerade in den ersten Lebensjahren ihres Nachwuchses haben Eltern sehr unterschiedliche Vorstellungen, wie sie die Betreuung ihres Kindes organisieren möchten.

Egal, wie Sie sich entscheiden – Sie sollen sich damit wohlfühlen! Deshalb investieren wir seit Jahren in die Qualität und den Ausbau der Kinderbetreuung. Genauso selbstverständlich ist es für uns, auch diejenigen Eltern zu unterstützen, die die Betreuung familiär oder privat organisieren möchten. Dazu wird es künftig das Bayerische Betreuungsgeld geben.

Mütter und Väter wünschen sich heute vor allem eine gute Balance zwischen Familien- und Berufsleben. Wir haben deshalb mit der Wirtschaft den „Familienpakt Bayern“ gegründet, damit die Arbeitswelt noch familienfreundlicher wird. Unser Ziel ist es, dass immer mehr Eltern sagen können: Wir schaffen beides, Kind und Karriere!

Allen Paaren, die vor der Entscheidung für ein Kind stehen, möchte ich Mut machen. Das Abenteuer „Kind“ lässt sich nicht bis ins Letzte planen. Deshalb gibt es auch nicht den einen „richtigen“ Zeitpunkt – ich habe das selbst mit meinen beiden Söhnen erlebt. Aber ich möchte keinen Tag mit meinen Kindern missen. Deshalb wünsche ich Ihnen, dass auch Sie bald stolz und glücklich sagen können: Wir sind eine Familie!