Mindestens 96 Prozent aller Kinder kommen mit gesunden Füßen zur Welt, trotzdem nehmen Deformationen und krankhafte Zehenfehlstellungen im Laufe der Entwicklung zu und fast die Hälfte aller Erwachsenen leidet an Fußbeschwerden.

Warum eigentlich? Eine österreichische Studie von 2009 hat rund 850 Kinder untersucht und nachgewiesen: Etwa 69 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen und 85  Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen tragen zu kleine Schuhe. Im Vergleich dazu die Ergebnisse einer finnischen Studie: Rund 400 Kinder zwischen einem und zehn Jahren wurden dabei untersucht, von denen 66 Prozent zu kurze Schuhe trugen.

Dazu Kinderärztin Dr. Raffaela Hammerl, die die Kinderschuhmarke superfit in Fragen der kindlichen Fußgesundheit berät: „Eine medizinische Auswirkung davon ist in den oben genannten Studien eindeutig nachgewiesen: je kürzer die Schuhe, desto größer der Großzehenwinkel, genannt Hallux valgus, eine Abweichung der großen Zehe nach außen.

Als Grund für diese Entwicklung sehen wir Kinderärzte die oftmals nicht passenden Schuhe bei Klein-, aber auch größeren Kindern. Wir empfehlen daher allen Eltern, Kinderfüße regelmäßig (alle drei bis vier Monate) nachzumessen und zu überprüfen, ob die vorhandenen Kinderschuhe nach wie vor die passende Größe haben. Diese Messung erfolgt optimalerweise im Fachgeschäft. Hilfestellung geben aber auch Größenrechner auf den Webseiten ausgewählter
Kinderschuhmarken.“

Kinderschuhe müssen vor allem eine Funktion als Schutz vor Kälte, Verletzungen und Schmutz übernehmen und einen gewissen Halt geben. Der Schuh muss sich nämlich an den Fuß anpassen und nicht umgekehrt. Kinderfüße wachsen bis zu 1,5 Millimeter pro Monat und das Fußwachstum ist erst mit etwa 16 Jahren abgeschlossen. Am wichtigsten für die Passform eines Kinderschuhs ist die Länge zuzüglich eines Spielraums für die Zehen von bis zu 17 Millimetern.

Dr. Raffaela Hammerl rät den Eltern: „Kinderfüße brauchen Bewegungsfreiheit und viele Reize, um sich gesund zu entwickeln. Daher brauchen Kinder, die erst zu gehen lernen, zunächst keine Schuhe – viel barfuß laufen ist am Anfang das Beste! Und: Eltern, die mit ihren Kindern alle vorgesehenen medizinischen Untersuchungen absolvieren, können ganz beruhigt sein.“

Trotzdem sollte man einiges beherzigen, um Kinderfüße gesund zu erhalten. Pädiaterin Dr. Raffaela Hammerl und die Kinderschuhmarke superfit haben ein paar Tipps zur Fußgesundheit vorbereitet, die Eltern und Kinder einfach in ihren Alltag integrieren können:

Tipp 1: Die richtigen Schuhe kaufen!

Lassen Sie die Füße Ihrer Kinder im Fachhandel vermessen und sich durch das geschulte Personal vor Ort beraten. Teil der richtigen Schuhgröße ist nämlich auch der optimale Zehenspielraum, damit die Kinderfüße ausreichend Platz zum Abrollen und Wachsen haben und nicht eingeengt werden.

Ebenso wichtig ist eine flexible Außensohle, sodass der Fuß seine natürliche Bewegungs- und Abrollfreiheit hat. So kann der Kinderfuß geschützt werden, ohne dass die weiche Fußstruktur beeinflusst wird. Gute Kinderschuhmarken entwickeln ihre Schuhe auf speziellen, kindgerechten Leisten, um eine optimale Passform zu gewährleisten.

Tipp 2: Kinderschuhe sollten atmungsaktiv sein!

Wussten Sie, dass Kinderfüße genauso viele Schweißdrüsen besitzen wie die Füße von Erwachsenen? Natürlich auf einer viel kleineren Hautfläche. Dazu bewegen sich Kinder oft deutlich mehr als Erwachsene. Bei Kinderschuhen sind atmungsaktive Materialien daher besonders wichtig – für einen angenehmen Tragekomfort, aber auch um kleinen Schweißfüßen vorzubeugen.

Tipp 3: Fußgymnastik zu Hause machen!

Kleine Fußübungen bringen Spaß für Groß und Klein: zum Beispiel auf den Zehenspitzen ins Badezimmer und auf den Fersen zurück ins Kinderzimmer gehen oder abwechselnd auf den Innen- und den Außenkanten durch die Wohnung gehen. Ein kleines Trampolin im Kinderzimmer hilft auch dabei, die Füße fit zu halten. Und im Sommer am besten möglichst vielbbarfuß gehen.