Frau Edvardsson, Sie tanzen, seit Sie 13 sind, Sie waren Europameisterin, Sie betreiben zwei Tanzschulen, Sie waren zehn Jahre bei Let’s Dance dabei – seit einem guten halben Jahr sind Sie Mama. Wie sehr hat sich Ihr Leben verändert?

Fundamental (lacht)! Ist ja auch ganz klar, das ist eine ganz neue Perspektive. Mein Mann und ich haben schon immer alles gemeinsam gemacht – aber jetzt planen wir eben nicht mehr nur für uns, da ist auf einmal eine dritte Person. Da stimmen wirklich die kitschigsten Klischees, das ist so toll! Wir sind einfach überglücklich. Es ist so ein ganz tiefes Gefühl, als wüsste man jetzt, wofür man das alles all die Jahre gemacht hat.

Ist die Veränderung noch größer, wenn man beruflich so aktiv und erfolgreich ist wie Sie? Denkt man daran, was man eventuell karrieretechnisch verpasst?

Nein, überhaupt nicht. Für mich war eh immer klar, dass ich eines Tages Mama werde. Ich wollte das unbedingt, also habe ich nie das Gefühl, ich würde jetzt etwas anderes „vernachlässigen“, das wäre ja auch fürchterlich. Natürlich geht nicht mehr alles, man kann sich nun mal nicht durch zwei teilen. Ich kann zum Beispiel die neue Staffel Let’s Dance nicht mitmachen – so ist das eben, man kann nicht alles haben (lacht). Ich bin da relativ entspannt. Ich weiß, alles ist wieder möglich, wenn ich es möchte. Außerdem habe ich schon ziemlich viel erleben dürfen, und es geht weiter.

Unter anderem leiten Sie „nebenbei“ zwei Tanzschulen, eine in Ahrensburg, eine in Hamburg.

Ich bin eine ganz normale selbstständige, berufstätige Frau, die auch abseits vom Medienbusiness mehr als einen Fulltime-Job macht. Also langweilig wird mir nicht (lacht). Und wenn ich jetzt mal eine Weile nicht alles mache, was vielleicht möglich wäre – ich will ja nicht Superwoman sein, ich will eine glückliche Mama sein!

So entspannt sehen das bestimmt nicht alle jungen Frauen, die so prominente Perspektiven haben. Da gibt es schon die Sorge, ob es nach der Babypause so weitergeht wie davor. 

Natürlich ist das nicht immer einfach, da muss man auch immer den Einzelfall sehen. Aber beides auf einmal geht nun mal nicht. Man kann nicht sagen: „Ich bin jetzt schwanger – und in den drei Monaten, die ich aussetze, mache ich einen Karrieresprung.“ Was man machen kann, ist das Ganze gut zu organisieren und mit der Unterstützung von Gesellschaft, Familie und Freunden die Babypause vielleicht etwas zu verkürzen. Das kommt auch auf die Umstände an; in meinem Heimatland Schweden ist es ein bisschen einfacher, das alles unter einen Hut zu bekommen.

Zurück unter Ihren eigenen Hut: Ihr Sohn Mika ist jetzt schon über ein halbes Jahr alt – ist er ein guter Tänzer? 

(Lacht) Ein hervorragender Tänzer! Nein, er ist natürlich ein ganz normales, supersüßes Baby. Aber ein bisschen stimmt das schon mit dem Tanzen, wir machen ganz viel mit dem Körper, viel Bewegung, wir „fliegen“ und schunkeln und wippen, das liebt er total. Ich singe auch sehr viel mit ihm, wir hören viel Musik, also das geht schon in die Richtung. Körpergefühl, Rhythmusgefühl, Koordination, das alles ist für Babys genauso wichtig wie für Tänzer.

Wenn es um Babys geht, hört man immer öfter von „genderneutralem“ Spielzeug beziehungsweise Babykleidung. Wird bei den Edvardssons über Rosa und Hellblau diskutiert?

Nicht wirklich. Obwohl … ein bisschen vielleicht (lacht) – ich kaufe tatsächlich nicht so viele blaue Sachen, weil ich selbst Blau einfach nicht so schön finde. Ehrlicherweise versuche ich schon, das eher ein bisschen neutral zu halten, also beige, grau, grün, gelb … Der soll sich ganz selbstständig entwickeln, er muss doch nicht von vornherein nur mit blauen Klamotten, Actionhelden und Raketen rumlaufen. Das kann er sich später immer noch selbst überlegen, was ihm gefällt. Und bis dahin machen wir’s bunt.

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