Liebe Frau Eckes, wie fühlen Sie sich momentan, wie geht es Ihnen in Ihrer zweiten Schwangerschaft?

Ich bin zum Glück ziemlich fit. Die zweite Schwangerschaft ist – so wie alle sagen – tatsächlich wesentlich entspannter als die erste. Der Körper weiß jetzt, was auf ihn zukommt. Ich bin nicht mehr so furchtbar vorsichtig mit allem. Bin aktiver und genieße das sehr.

Haben Sie besondere Gelüste?

Also die sauren Gurken habe ich weder in der ersten Schwangerschaft noch jetzt angerührt. Aber ich liebe es, alles Mögliche durcheinanderzuessen. Ein Stück Käse und gleich danach Schokolade zum Beispiel. Doch größtenteils ernähre ich mich recht gesund.

Was mir extrem fehlt, ist Sushi.

Ich habe regelrechte Heißhungerattacken auf gekühltes Obst und Joghurt. Im Kühlschrank habe ich immer geschnittene Honigmelone und Ananas, damit ich schnell zugreifen kann. Was mir extrem fehlt, ist Sushi. Davon werde ich Tonnen verspeisen, wenn ich wieder darf.

Plagen Sie sich mit typischen Schwangerschaftsbeschwerden? Wenn ja, welche?

Ich bin so schon furchtbar vergesslich, aber jetzt wird es wieder schlimmer. Mein Kopf, mein ganzes Wesen wird immer langsamer. Alles muss man mir zweimal sagen und ich bin an manchen Tagen so was von träge, was mich selbst am meisten nervt.

Denn ich bin eigentlich das genaue Gegenteil. Alles muss schnell gehen. Ich werde mir gerade selbst fremd. Aber wirkliche Beschwerden habe ich zum Glück bisher keine.

Was ist anders als in der ersten Schwangerschaft?

Ich mache mir nicht dauernd Sorgen, ob es meinem Baby gut geht oder nicht.

Alles in allem kann ich sagen, dass die zweite Schwangerschaft so nebenherläuft.

Ich spüre einfach, dass es so ist – was ein wunderschönes Gefühl ist. Zudem bin ich sportlicher. Das tut meinem Körper und meinem Kopf sehr gut.

Alles in allem kann ich sagen, dass die zweite Schwangerschaft so nebenherläuft. Unser zweijähriger Sohn, unser aktives Familienleben und mein Job beschäftigen mich so sehr, dass ohnehin keine Zeit ist, sich hängen zu lassen.

Foto: Immo Fuchs

Wie kommt das Geschwisterkind mit der zweiten Schwangerschaft zurecht, und wie bereiten Sie Ihr Kind auf das Baby vor?

Das ist natürlich für alle Beteiligten extrem aufregend. Wir versuchen, es ihm zu erklären, sind aber nicht sicher, ob er schon wirklich versteht, dass da ein Geschwisterchen unterwegs ist.

Ich denke, das werden wir gut hinbekommen.

Die eigentliche „Arbeit“ beginnt, wenn das zweite Kind auf der Welt ist. Wir müssen uns dann auch ganz besonders um Lounis kümmern, damit er sich nicht vernachlässigt fühlt. Aber ich denke, das werden wir gut hinbekommen.

Wie sieht ein normaler Sonntag im Hause Eckes-Khol aus?

Die Sonntage stehen ganz im Zeichen der Familie, und wir verbringen viel Zeit an der frischen Luft. Lounis hat morgens immer einen riesigen Hunger, da kommt er ganz nach mir.

Das Leben bekommt einen ganz neuen, höheren Sinn.

Daher beginnen wir den Tag mit einem sehr langen, ausgiebigen türkischen Frühstück – bis wir platzen. Anschließend sind wir je nach Wetter mit dem Fahrrad unterwegs, im Zoo, Kuchen essen oder auch mal im Museum.

Wenn meine Eltern nicht gerade in der Türkei sind, verbringen wir viele gemütliche Sonntage auch bei ihnen, vor allem dann, wenn Julian an einer aktuellen Ausstellung malt und er auch die Sonntage arbeiten muss.

Inwiefern verändert sich das Leben mit der Gründung einer Familie und wie verschieben sich Wertvorstellungen?

Extrem. Das ist das Einzige, was ich im Vorfeld unterschätzt habe. Ich reagiere wesentlich sensibler auf Nachrichten aus Kriegsgebieten. Die Situation der geflüchteten Menschen, vor allem aber der Kinder, hat mir schon viele schlaflose Nächte bereitet.

Ich muss dann dauernd die jeweiligen Bezeichnungen auf Türkisch googeln

Ich versuche aber, auch aus dieser Situation etwas Gutes zu gewinnen – wenn man das so sagen kann. Ich habe mich im vergangenen Jahr stärker sozial engagiert denn je. Ansonsten dreht sich in meinem Leben alles nur noch um unser Kind, alles andere kommt an zweiter Stelle. Das Leben bekommt einen ganz neuen, höheren Sinn.

Welche Rituale haben Sie, Gutenachtgeschichten oder Ähnliches? Gibt es Lieblingskuscheltiere oder Puppen?

Inzwischen legen wir Lounis einfach in sein Bettchen und er schläft mit Lieblingsschaf und Elefant im Arm recht schnell ein. Aber der Weg dorthin war lang und mühsam. Wir haben alle möglichen Methoden probiert, nur „schreien lassen“ kam für uns nie infrage.

Zu unserer großen Freude liebt Lounis Bücher, das ging schon sehr früh los. Im Moment sind Wimmelbücher mit Baustellenfahrzeugen für ihn das Größte. Ich muss dann dauernd die jeweiligen Bezeichnungen auf Türkisch googeln, da ich ausschließlich türkisch mit ihm spreche und Julian deutsch.

Worauf freuen Sie sich in Bezug auf das zweite Kind besonders?

Auf den Geruch unseres Babys. Der Geruch eines Säuglings ist einzigartig und fast hypnotisch, sodass man sein Kind gar nicht mehr loslassen will. Das hat die Natur fantastisch eingerichtet.