Die Antwort auf diese Frage ist für hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte beiderlei Geschlechts zunehmend ausschlaggebend bei der Wahl des Arbeitgebers. Eine von der Stiftung Familienunternehmen in Auftrag gegebene Studie der TU München zeigt, dass die „Work-Life-Balance“ im Jahr 2009 nur für knapp 12 Prozent der Befragten auf den Karrieretagen Familienunternehmen relevant war, im Jahr 2013 jedoch bereits für jeden vierten bei der Wahl des Arbeitgebers.

Damit ist dieses Merkmal um ein Vielfaches wichtiger als der Standort des Unternehmens, eine sichere Anstellung oder der Führungsstil der Vorgesetzten.

Nun ist es nicht zwingend so, dass Familienunternehmen, per se familienfreundlicher sind, weil sie den Begriff „Familie“ im Namen ihres Unternehmenstyps führen. Doch sie pflegen einen besonders starken Bezug zu ihren Mitarbeitern. Flache Hierarchien und eine direkte Kommunikation tun ein Übriges: Das hilft, Bedürfnisse schnell zu erkennen und konkrete lebenspraktische Lösungen zu entwickeln, die es leichter machen, Familie, Beruf und Karriere unter einen Hut zu bringen.

Home-Office, Teilzeitangebote oder eine Kinderbetreuung auch in den langen Schulferienzeiten gehören beispielsweise bei Kärcher, Weltmarktführer für Reinigungstechnik, schon zum Standard. Speziell für Frauen, die gerade nach der Geburt des ersten Kindes dazu neigen, ihre Karrierepläne zurückzustellen, hat Kärcher ein sogenanntes Kontakthalteprogramm aufgestellt.

Dessen zentraler Bestandteil ist es, gemeinsam ein System auszutüfteln, mit dem sowohl Väter als auch Mütter ihre Arbeitszeiten mit den Bedürfnissen der Kinder synchronisieren können.

Vor allem Kinderbetreuung oder Pflegefall in der Familie stellen das „Familien-Management“ vor eine Zerreißprobe. Hansgrohe, der Hersteller für Armaturen und Brausen, stellt für diese und andere Wechselfälle des Lebens vor Ort einen Sozialberater zur Verfügung.

Er berät nicht nur bei der Wahl der richtigen Betreuungsform und Vermittlung passender Lösungen, sondern organisiert auch die Pflege für einen Familienangehörigen oder hilft bei dem damit verbundenen Umgang mit Behörden und Krankenkassen. Darüber hinaus unterstützt die Sozialberatung bei Schwierigkeiten im privaten oder beruflichen Bereich wie beispielsweise Überschuldung, familiären Problemen oder Konflikten am Arbeitsplatz.

Eine „Familienteilzeit“ muss sich die Familie auch leisten können. Das Familienunternehmen B. Braun in Melsungen, bekannt als führendes Pharma- und Medizintechnikunternehmen, gibt dafür direkte finanzielle Unterstützung. Wer beim ersten Kind 50 % seiner Arbeitszeit reduziert, bekommt noch 65 Prozent des Gehalts, beim zweiten Kind sind es sogar 75 Prozent. Die „Familienteilzeit“ ist auch möglich, wenn alte und kranke Angehörige versorgt werden müssen.

Nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Familienunternehmen profitieren davon, wenn die Balance zwischen Beruf und Leben stimmt. Dies zeigen eindrucksvoll die Zahlen von Kärcher: Die Fluktuation innerhalb der Kärcher-Belegschaft ist mit 1,9 % extrem niedrig, die mittlere Betriebszugehörigkeit mit 11,8 Jahren ausgesprochen lang. Wertvolles Know-how bleibt damit langfristig in den Unternehmen.

Karrieretag Familienunternehmen

Der Karrieretag Familienunternehmen ist eine gemeinsame Initiative führender Familienunternehmer, des Entrepreneurs Club und der Stiftung Familienunternehmen.

Der 16. Karrieretag Familienunternehmen findet am 13. November 2015 bei B. Braun in Melsungen statt. Bewerbungsschluss ist der 28. September. Weitere Informationen und Bewerbung auf: www.karrieretag-familienunternehmen.de