Meiner Meinung nach liegt das an der neuen Lebensfreiheit. Jeder kann sein Leben so planen, wie er möchte, es gibt nahezu keine Grenzen der Selbstfindung und -erfüllung. Das schlägt sich auch in der modernen Familie nieder: Singlemamas, lesbische Paare mit Kindern, schwule Paare mit Kindern, Patchworkfamilien – es gibt nahezu nichts, was es nicht gibt. Das typische Mutter-Vater-Kind(er) ist nicht mehr zwingend nötig, um sich den Wunsch nach einer Familie zu erfüllen – das ist auch gut so.

Egal wie die Konstellation auch aussieht, niemand ist mit der Geburt eines Kindes gleich eine Familie – das ist ein Prozess. Meines Erachtens ist das Wichtigste Schlaf. Nur wer ausgeschlafen ist, kann sich der neuen Herausforderung „Familie“ stellen.

Auch ich bin mit meinem Mann an Grenzen gestoßen, doch wir haben diese überwunden, viel miteinander geredet, uns Mann-Frau-Zeit gegönnt. Das sollte jeder tun: Zeit für sich selbst, Zeit für den Partner, Auszeiten. Wer „nur“ Mama und Papa ist, wird sich langfristig selbst verlieren. Und wozu gibt es Großeltern und Babysitter?

Die ersten 1.000 Tage

Ich stecke mit meiner kleineren Tochter gerade in der spannenden Phase der ersten 1.000 Tage – Action, Kuschelzeit, Selbstreflexion, manchmal auch Einsamkeit. Man lernt unglaublich viel über sich selbst, wenn sich ein kleiner Mensch entwickelt, und sieht vieles mit anderen Augen als vorher. Manchmal fühlt man sich aber auch einsam, verliert sich ein bisschen selbst – und dazu sollte jede Mama auch stehen.

Natürlich wollen immer alle hören, wie glücklich man ist, was man ja meistens auch ist, aber es gibt eben auch Momente und Phasen, in denen nicht alles rosarot ist. Eine Familie zu sein, ist die schönste, aber auch größte Herausforderung des Lebens. Viel Spaß beim Lesen dieser tollen Ausgabe!

Information

Verpassen Sie keine von Frau Grüterings spannenden Erlebnissen auf ihrem Blog www.hauptstadtmutti.de.