Von den klassischen Zivilisationskrankheiten sind Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Einer der häufigsten Auslöser ist eine langjährige falsche Ernährung. Sie haben ein Kochbuch der Abwehr- und Selbstheilungskräfte geschrieben – wie kam es dazu?

Wir Köche haben zwar die Zubereitung von Speisen gründlich gelernt, lernen aber in den seltensten Fällen etwas über deren Wirkungen.

Bitte gehen Sie genauer darauf ein.

Ich finde es wichtig, die Gesundheit und den Erhalt der körperlichen Fitness selbst in die Hand zu nehmen, sich also nicht bei jedem Zwicken und Zwacken eine Tablette reinzuschieben und nur am Symptom, aber nicht an der Ursache zu arbeiten. Ich möchte, dass wir uns resensibilisieren für Lebensmittel, die uns guttun.

In „Kochen ist die beste Medizin“ versprechen Sie, in sechs Wochen zurück zu einer stabilen Gesundheit zu finden. Wie ist das möglich?

Jeder, der sechs Wochen lang – in Verbindung mit einem Arzt – einen machbaren und schmackhaften Diätplan ausarbeitet, wird die Therapie durch die Auswahl der richtigen Lebensmittel sehr deutlich unterstützen können.

Der Körper reagiert schnell auf gesunde Lebensmittel und deshalb wissen wir auch aus eigener Erfahrung, dass ein Zeitraum von sechs Wochen auf alle Fälle ein guter Anfang ist, uns auf den Weg zu machen, sehr aktiv den Genesungsprozess mitzugestalten.

Und darum geht es mir auch: die Krankheit nicht einfach nur zu konsumieren und auf die Segnungen der Medizin zu vertrauen, sondern aktiv selbst herauszufinden, was uns guttut. Ein machbarer Weg ist: vermeiden, was uns schadet, und bewusst genießen, was uns gut tut bekommt. Wir zeigen mit schmackhaften Alternativen einen genussvollen Weg auf, der auch für Freunde und die ganze Familie geeignet ist.

Sie sagen auch, dass richtiges Essen wieder gesund und Medikamente überflüssig machen kann. Was bedeutet das konkret?

Es wäre falsch zu behaupten, dass wir durch dieses Buch auf Therapien und Medikamente verzichten können! Was wir aber können ist: unsere alltäglichen Gewohnheiten einmal mit Argusaugen zu betrachten und herauszufinden, was unsere Symptome verstärkt, was wir dann vermeiden, um herauszufinden, wie wir die Symptome lindern können und wie wir dann fördernd tätig werden können.

Ein machbarer Weg ist: vermeiden, was uns schadet, und bewusst genießen, was uns gut bekommt.

Die meisten Krankheiten, die sich durch eine ungesunde Lebensweise entwickelt haben, und neben einem Bewegungsmangel spielt die Ernährung hier eine zentrale Rolle, lassen sich durch eine ausgewogene Ernährung abmildern und in manchen Fällen auch wieder auf ein normales Maß an Gesundsein zurückführen.

So ist das zu verstehen. Wenn wir eine Diagnose über ein Krankheitsbild erhalten, die eine diätetische Maßnahme notwendig macht, dann erhalten wir doch vom behandelnden Arzt – berechtigterweise – eine Liste von Lebensmitteln, die wir zu vermeiden haben, aber das ist kein Rezept.

Viele Menschen fragen sich sicherlich: „Was soll ich nur kochen ohne Fisch, rotes Fleisch, ohne Kartoffeln und schwere Fette?“

Wir zeigen einen positiven Ansatz auf, die Zutaten in ein wirkungsvolles Licht zu rücken, um die Menschen hier bei der Hand zu nehmen und nicht mit Verboten sich selbst zu überlassen.

Welche Beschwerden lassen sich durch richtiges Essen lindern oder sogar behandeln?

Prinzipiell alle Beschwerden, die sich durch eine unausgewogene Ernährung bilden konnten.

Bitte geben Sie unseren Lesern fünf Tipps für eine bessere Gesundheit durch Ernährung.

  • Gesundheit beginnt beim Einkauf. Schlendern Sie über den Wochenmarkt und besorgen Sie sich Lebensmittel, die Sie anlachen, also solche, die vital sind.Die regionalen Produkte haben für uns schon deshalb viel zu bieten, weil wir sie kennen und verstehen.
  • Bitte vermeiden Sie, wenn möglich, Convenience-Food, denn es ist durchaus möglich, dass sich darin Stoffe befinden, die Sie in ihrer Rohform niemals essen würden. Wollen Sie das wirklich verspeisen? Auch wenn diese Stoffe wissenschaftlich bestens untersucht wurden, sind sie höchstwahrscheinlich in ihrer Wechselwirkung mit anderen, ebenso bestens dokumentierten Stoffen nicht mehr in ihrer Unbedenklichkeit darstellbar.
  • Also frisch und einfach und selbst gemacht und auf der Stelle auf den Tisch zum sofortigen Genuss.
  • Nehmen Sie sich bitte Zeit zum Essen. Ich sehe täglich viele Menschen, die im Stehen, im Gehen, ja sogar im Rennen Speisen zu sich nehmen. Essen ist doch auch Lebensqualität, und mit allen Sinnen zu genießen, gehört bestimmt zu den besten Voraussetzungen für eine gesunde Ernährung.
  • Integrieren Sie frisches ungekochtes Obst und Gemüse in Ihren Speiseplan: einen knackigen Salat, einen leckeren Apfel. Wenn Sie jetzt noch langsam und gut durchkauen, um alle Aromen zu erleben, dann tun Sie Ihrem Körper etwas sehr Gutes an.

KOCHEN IST DIE BESTE MEDIZIN - das neue Buch von Su Vössing