Frau Bus, Sie beschäftigen sich aus der künstlerischen Sicht aktuell mit dem Thema Frühstück. Welche Anregungen können Sie als Künstlerin zum Thema „Das Auge isst mit“ geben?

Grundsätzlich ist das ganze Konzept beim Frühstück sehr auf Farben aufgebaut und auch ich bin der festen Überzeugung, dass Farben eine wichtige Rolle beim Essen und Genießen spielen.

Inwiefern?

Farben stimulieren bewiesenermaßen den Stoffwechsel. Und auch wenn ich keine Ernährungswissenschaftlerin bin, weiß ich, dass helle Farben glücklich machen. Rote und gelbe Farbtöne öffnen das Herz und das Auge, Grün wirkt ausgleichend.

Während Lebensmittel in Beige oder Braun nicht so ansprechend für das Auge wirken – man mag sich das gar nicht in den Mund stecken. So können Lebensmittel in den richtigen Farben die Eintrittskarte in den Mund sein, man hat einfach Lust hineinzubeißen.

Zusammengefasst: umso fröhlicher die Farben, desto offener der Geist. Und dieses Gefühl möchte ich mit meinen Kreationen erreichen. Das Frühstück ist dafür eine perfekte Vorlage, denn es ist die individuellste Mahlzeit des Tages. Das Frühstück stellt man sich so zusammen, wie man auch ist.

Und aus diesem Grund haben Sie drei Morgenritualeentwickelt?

Richtig, und zwar „Dip’n’Drink“, „Vitality“ und „Friends Table“. Bananenchips, Passionsfrucht-Marmelade, gegrillte Sandwiches, Pasten aus schwarzen Bohnen und Kakao oder Pancakes an einer sahnigen Creme. Gerade in Hinblick auf die Kombination von Kaffee und Speisen bietet die Installation reichlich Inspirationen und liefert neue Denkanstöße für eine kreativere Frühstücksvielfalt.

Können Sie uns dies genauer erklären?

Gern. Jeder definiert frühstücken anders und baut dies individuell in seinen Alltag ein, denn jeder Alltag hat auch ein anderes Frühstückskonzept. Das „Dip’n’Drink“ ist das Frühstück für moderne Nomaden, für denjenigen, der wenig im Kühlschrank hat, viel Streetfood isst und morgens nur schnell einen Kaffee trinkt.

Das zweite Frühstück, „Vitality“, ist für kleine Familien. Hier wird Wert darauf gelegt, dass man sich morgens ein bisschen Zeit für einander nimmt, häusliche Rituale, wie frühstücken, gehören einfach dazu. Der Wunsch nach gesunder Ernährung, frischen Farben und Spaß am Essen wird hier deutlich.

Meine dritte Kreation ist das, was Großstädter wahnsinnig gern machen, wenn sie viel unterwegs sind. Beim „Friends Table“ wird mit Freunden mal wieder gekocht, es wird zusammen gesessen, gegessen und gelacht.